Geschichte

Gegen Ende des Ersten Weltkriegs erhielt der Franzose Pierre George Latécoére von der französischen sowie von der spanischen Regierung die Genehmigung, eine Fluglinie einzurichten, die Frankreich mit seinen afrikanischen Kolonien sowie mit Südamerika verbinden würde. Der erste Abschnitt dieser Linie, Toulouse-Casablanca, wurde 1919 eingeweiht und sah Zwischenlandungen auf den Flughäfen Barcelona, Alicante und Málaga vor. Für den zweiten Abschnitt, Casablanca-Dakar, wurde an die Kanarischen Inseln als Stützpunkt und Verbindung zu Amerika gedacht.

Im April 1930 erklärte ein königlicher Erlass die Land- und Seeeinrichtungen, die in Gando gebaut werden sollten, zum staatlichen Flughafen. Nach dem ersten Passagierflug 1933 wurde diese Route 1935 zur Linie Madrid-Kanarische Inseln. 1934 wurden die ersten Navigationshilfen installiert. Dementsprechend wurde für den Flughafen Gando der Betrieb einer radioelektrischen Station genehmigt.

Zwischen 1944 und 1946 wurde ein Passagierterminal errichtet. Dorthin zogen die Büros der Fluggesellschaften um, die bisher auf dem Luftstützpunkt Lanzarote angesiedelt waren. Auf diese Weise wurden zivile und militärische Aktivitäten getrennt. Im Juli 1946 gab ein Erlass den Flughafen für jede Art nationalen und internationalen Verkehrs frei und erklärte ihn zudem zum Zollflughafen.

1948 wurden die Befestigungsarbeiten für die ersten 700 m der Start- und Landebahn aufgenommen, die im Juni 1957 - durchgehend asphaltiert - auf 2000 m erweitert wurde. Mit diesem Ausbau wurde der Flughafen in die Kategorie II eingestuft. Ebenfalls 1957 begannen Baumaßnahmen zur Verbesserung der Towerinstallationen, des Elektrizitätswerks und der optischen Navigationshilfen.

Flughafen der ersten Kategorie

1960 wurde die Start- und Landebahn auf 3100 m ausgebaut. Ein Jahr später wurde das einseitige Funkfeuersystem VOR installiert und eine Rettungs- und Dienstwache gebaut. Durch diese Verbesserungsmaßnahmen rückte der Flughafen in die Kategorie I auf. Im folgenden Jahr wurden ein Elektrizitätswerk, eine Rollbahn und eine Flugfeldumzäunung errichtet.

1963 wurde der Ausbau mit folgenden Maßnahmen fortgeführt: Bau eines neuen Vorfelds, Installation einer radioelektrischen Verbindung in Dakar (Senegal), Erweiterung des Passagierterminals, Installation eines VASIS-Systems (Visual approach slope indicator system) und Bau von Verbindungen zwischen der Rollbahn und den Parkpositionen. Der Bau eines Towers wurde Ende 1966 abgeschlossen. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Tower benutzt worden, der in das 1946 errichtete Passagierterminal integriert war. 1967 wurde ein Sendezentrum erbaut.

Schließlich begannen 1970 die Arbeiten an einem neuen Passagierterminal. Zudem wurden die die Pisten- und Rollbahnränder für die Benutzung durch die neuen Düsenflugzeuge angepasst, die den Flughafen nun anflogen. Das neue Terminal wurde im März 1973 als Terminal für Inlandflüge eröffnet. 1980 wurde eine zweite Start- und Landebahn dem Verkehr übergeben, die ein beachtliches Anwachsen des Passagierverkehrs ermöglichen sollte.

Erweiterung des Terminalgebäudes

Die Erweiterung des Flughafens Gran Canaria nimmt eine herausragende Stelle im Plan Canarias, dem Flughafeninfrastrukturplan des spanischen Verkehrsministeriums ein. Er sieht eine Investition von über 900 Millionen Euro in die Verbesserung des Flughafennetzes von Aena auf den Kanarischen Inseln vor.

Die Maßnahmen umfassen die Vergrößerung der Check-in- und Ankunftsbereiche sowie die Einrichtung neuer Teleskopbrücken zu den Flugzeugen. Auch die Zufahrten und die Parkplätze des Flughafens werden verbessert.

Das neue Terminal hat ein funktionales und nachhaltiges Design, das einen effizienten Umgang mit den Ressourcen und die Integration des Flughafens in die Umwelt gewährleistet.

Infolge der Baumaßnahmen vergrößern die Flughafenkapazität wesentlich, sodass künftig über 15 Millionen Fluggäste pro Jahr abgefertigt werden können.